Laufzeitkorrektur: Schallortung und Pegelkorrektur

Die Schallortung einer Phantomschallquelle hängt von Laufzeit- und Schallpegelunterschieden der Lautsprecher ab.1

Für die Position der Bühnenmitte (Position4) ergibt sich, dass die Laufzeit des Schalls und die Schallpegel der Lautsprecher jeweils gleich sind, wenn man sich am Modell des klassischen Stereodreiecks orientiert.

Ändert man dabei nur einen Parameter, egal ob Schallpegel oder Laufzeit, verbiegt sich die Bühne nach links2 oder rechts3 (siehe Bilder):

Das Knifflige an der Sache ist, dass man durch Fehleinstellungen bei den Werten für Laufzeit und Pegel durchaus ein Schallereignis in der Bühnenmitte (Position4) hören kann.4
Das Phänomen wird oft mit den Worten: ‚die Bühne kippt zu einer Seite‘ oder ’sie wandert‘ beschrieben.

Die Bühnenmitte ist der wichtigste Fixpunkt, der durch die Anordnung der Lautsprecher im Stereodreieck bestimmt wird. Deshalb gibt es auch nur eine einzige richtige Einstellung – d.h. gleiche Laufzeit und gleiche Pegel am Abhörort, wenn man eine ausgewogene Bühne ohne Löcher, mit 7 fest ortbaren Richtungen hören möchte. Jede Fehleinstellung ist eine Abweichung vom Ideal, dem Stereodreieck.

Tja und nun? – Henne oder Ei? Was war zuerst da oder womit fängt man zuerst an? Die Laufzeit auszumessen oder den Pegelunterschied zu berechnen?

Ganz klar: mit der Laufzeitmessung.
Man braucht den Abstand der Lautsprecher, um den Pegelunterschied zu berechnen. Allerdings würde hier auch schon ein mit dem Zollstock gemessener Abstand der LS zum Hörer für den Laufzeitwert reichen, da man den Pegelabgleich nur in 0,5db-Schritten am Radio einstellen kann.
Der Pegelunterschied5 wird also wie folgt berechnet:
x[db]= 20*log(R/L). Dabei sind L und R die Abstände der Lautsprecher zum Hörer in Metern. Beim Einstellen ist es dann egal, ob man den linken LS im Pegel absenkt oder den rechten anhebt.6

Andererseits, warum überhaupt den Pegelunterschied berechnen und nicht einfach messen? Man hat doch eh noch das Equilizing vor sich und kann dort wunderschön sehen, um wie viel db man den linken LS im Pegel ändern muss! – Stimmt! – Das wäre eine weitere Möglichkeit, die man aber eher fürs Feintuning nutzen sollte.7 Hier geht es primär nicht ums equilizen, sondern erstmal um eine grobe Richtung.
Und damit ichs nicht vergesse, wer die Möglichkeit hat, kann den Pegel natürlich auch stufenlos an den Endstufen absenken.

Das war ein einfacher Einblick in die Laufzeit- und Pegelkorrektur für 2 Lautsprecher.

[1] Die Phantomschallquelle entsteht durch Summenlokalisation. Je früher (Präzedenzeffekt) oder je lauter(Stereodreieck) der Schall eintrifft, desto mehr verschiebt sich die Phantomschallquelle in diese Richtung. Für jedes Modell seht ihr eine Animation.
[2] nach links bedeutet: Position 3.: Der linke Lautsprecher ist lauter(Pegel) oder dichter(Laufzeit), als der rechte.
[3] nach rechts bedeutet: Position 5.: Der linke Lautsprecher ist leiser(Pegel) oder entfernter(Laufzeit), als der rechte.
[4] Dabei handelt es sich um 2 Fehlervarianten: der linke LS ist ‘zu weit & zu laut’ oder ‘zu dicht & zu leise’ in Bezug auf den rechten Lautsprecher.
[5] Der Pegelunterschied am Abhörort ist eine Feldgröße. Diese wird über das reziproke Abstandsgesetz 1/r berechnet.
[6] Die Formel setzt den rechten LS als Bezugspunkt, bezieht sich auf den Abhörort (Fahrerohren) und gibt an, um wieviel db der rechte LS lauter ist, als der linke.
[7] Das Equilizing dient dazu einzelne Frequenzbänder anzuheben. Um einen ganzen Zweig abzusenken oder anzuheben ist  die Pegelanpassung eher geeignet.

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