Laufzeitkorrektur: Bühne frei!

Dieser Artikel widmet sich der Gestaltung der Bühne.

Wie sieht sie aus? Wie hoch, wie breit, wie tief ist sie? Und vor allem, wie ist ihre Position zum Hörer?

Wer seine Bühnenmitte gefunden hat und einige Stunden mit dem Hören von unterschiedlichen Parametern im Auto verbracht hat, wird festgestellt haben, dass sich die Dimensionen der Bühne von Einstellung zu Einstellung ändern.

Fangen wir mal mit dem Effekt an, den man am leichtesten nachvollziehen kann, der stabilen Bühne. – Ohne eine stabile Bühne kommt man an dieser Stelle nicht weiter! –

Eine stabile Bühne hat man per se, wenn man bei der Abstimmung von Pegel und Laufzeit alles das Meiste richtig gemacht hat. – Auch bei einer nicht „perfekt“ eingestellten LZK/Pegel kann man ganz unproblematisch den Kopf seitlich bewegen und die Bühnenmitte wird sich mit dem Kopf in die gleiche Richtung bewegen. Aber spätestens, wenn die Bühne anfängt, zu einer Seite zu kippen, hat man bei der Abstimmung etwas verkehrt gemacht!

Hört man sich an den verschiedenen Hörpositionen die Form der Bühne genauer an, stellt man Unterschiede in der Lage der Bühne fest. Dabei spielt die Tiefe der Bühne eine Rolle.
Bisher haben wir bei der Aufteilung der Bühne nur die Richtungen der Punkte 1-7 kennengelernt. Die Tiefe beschreibt die Entfernung der gehörten Punkte zum Fahrer, so dass man sich eine Art Halbkreis als Bühne vorstellen muss.
Bei der mittleren, normalen Hörposition auf dem Fahrersitz liegt die Bühne aufgrund der Lautsprecheranordnung halbkreisförmit rechts vor einem, wie beim Ideal/Stereodreieck mit dem Fahrer als Mittelpunkt. Auf der linken Position sitzt man konzentrisch rechts von der Bühne; bei der rechten Position konzentrisch links. Aber was hat das nun wieder zu bedeuten? Es bedeutet, dass sich der gedachte bzw. gehörte Halbkreis der Bühne auch in seiner Tiefe verformt. Dabei muss man sich noch einmal klar machen, dass auf der Bühne keine realen 7 Personen stehen, die ihre Position nicht verändern, sondern dass dieses Abbild mit ‚einem‘ Lautsprecherpaar simuliert wird. Dadurch ändert sich die Lautstärke und die Laufzeit des Schalls an der Abhörposition. – Aber bei unserem Bsp. mit der Seitwärtsbewegung des Kopfes nicht immer proportional. Dies liegt vor allem daran, dass man den Winkel zu den Lautsprecherachsen verändert, wodurch man örtlich einer anderen Abstrahlcharakteristik unterliegt. D.h. die linke Seite kann zusätzlich disproportional leiser oder lauter werden, obwohl man sich der relative Abstand zum Hörer kaum verändert. Dieses Verhalten staucht und zerrt die Bühnenseiten dann nochmal frequenzabhängig in der Tiefe und  lässt sich am besten damit beschreiben, dass der Sänger einen jetzt nicht mehr direkt ansingt, sondern den Nachbarn.

Die Tiefe der Bühne hat aber eine weitere entscheidende Rolle. Sie entscheidet letztendlich, wo die Bühnenmitte ’steht‘.  – Doch diese Aussage ist nur relativ und bezieht sich auf den Ort, wo man diese Tiefe hört. Diese gehörte Tiefe ist das Produkt der Abstimmung der einzelnen LS-Paare (HT, MT, TT) zueinander, horizontal und vertikal.

Dadurch ergibt sich vor allem folgendes: durch die stabile Bühne kann man hören, dass sich die Bühne auch in der Form und Lage in der Tiefe ändert. – Das hat folgene Konsequenzen: so, wie man den Kopf bewegen kann, um die Lage und Form der Bühne zu ändern kann man auch die Parameter für Laufzeit und Pegel ändern. Einschließlich der Möglichkeit, zu bestimmen, wo man vor der Bühne im Publikum sitzen will. Damit entfernt man sich zwar vom Ideal und handelt sich ein paar Wochen mehr Arbeit, ohne Garantie auf Erfolg ein, aber wird mit einer anderen Bühnenwirkung belohnt, die durchaus ihren Charme haben kann.

So ist es zum Beispiel möglich, der Bühne entgegen, statt an ihr vorbei zu ‚fahren‘, indem man die Bühne ein Stück weit parallel zur Windschutzscheibe ausrichtet. Mit dem Nachteil, dass man nicht mehr mittig sitzt. Damit wird die Bühne für meine Begriffe logischer platziert, als beim Stereodreieck, da man den Kopf nicht mehr zur Seite drehen muss, um die Bühnenmitte zu sehen, sondern einfach der Strasse während der Fahrt folgen kann und die Bühnenmitte nur ein Augenzwinkern weit entfernt steht. Dabei ist die Möglichkeit, die Bühennmitte direkt übers Lenkrad zu setzen keine Option, da bei dieser Einstellung die Abstände der Punkte 1-7 keine gleich großen Abstände haben.

Allein das Bewußtsein, seinen Platz im Publikum zu kennen und die Bühnenausrichtung darauf eingestellt zu haben, erleichtert die Wahrnehmung der Bühne bei der Einstellarbeit ungemein, da man ein Bild vor Augen hat. Wer an dieser Stelle protestiert, dass man „das Einstellergebnis“ eher verschlimmbessert, dem sei es gegönnt, sich dieser Problematik im eigenen Auto zu widmen und die Unterschiede zu hören, bevor man sich auf das ideale Stereodreieck versteift.

Und da sind wir uns einig. Das Stereodreieck ist das Ideal. Jede abweichende Einstellung kann funktionieren, muss aber nicht! Trotzdem spielen die persönlichen Vorlieben eine wesentliche Rolle bei den Einstellungen. –  Und nun raus ins Auto! – „Entdecke die Möglichkeiten!“

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