Kommen wir zunächst zu den einfacheren theoretischen Grundlagen!
1. Hier könnte man jetzt Wikipedia als Quelle nennen und aufhören. Doch leider ist man nach dem geballten Wissen und den vielen Verweisen nicht unbedingt schlauer als vorher. Fremdwörter, Fachbegriffe, Halbwahrheiten! Wer nicht genau aufpasst und die Grundlagen nicht nachvollziehen kann, bleibt auf der Strecke.
2. Als Lokalisation bezeichnet man das Zuordnungsgesetz zwischen den Merkmalen eines Schallereignisses (Schallquelle) und dem Ort des zugehörigen Hörereignisses (Empfänger/Mensch). Entsprechend versteht man unter Lokalisationsunschärfe die kleinste Änderung eines Schallereignismerkmals, die gerade noch zu einer Ortsänderung des Hörereignisses führt.
3. Die Lokalisation durch unsere Ohren lässt sich auf 3 Ebenen erfassen: der Meridianebene, der Frontalebene und der Horizontalebene. Bei der Horizontalebene erfolgt die Richtungsbestimmung über weitere 2 Systeme: dem Laufzeitunterschied und Pegelunterschied an den Ohren. Für die Lokalisation im Auto ist die Horizontalebene die Entscheidende(re)!
Bevor man sich jetzt gleich auf die Lokalisation im Auto stürzt, muss man sich ein paar Gedanken zur Aufnahme machen und wie sie typischerweise wiedergegeben wird:
4. Aufnahme per Mikro – Wiedergabe über die Heimstereolautsprecher: Die Aufnahmen der Tontechniker werden in der Regel nachbearbeitet und abgemischt. Daraus entsteht eine Aufnahme, die über den linken und rechten Pegel eine Phantomschallquelle bzw. Bühne definiert. (im Folgenden “CD-Aufnahme”) – Um dieses Ergebnis realitätsnah abzuhören, muss man die Lautsprecher zum Hörer im sogenannten Stereodreieck anordnen. Die Stereolautsprecher Links/Rechts haben in dieser Anordnung den gleichen Abstand zum Hörer, d.h. der Schall trifft gleichzeitig und gleichlaut beim Hörer ein. – Ergebnis: Man hört nur eine Phantomschallquelle. Die Bühne steht auf einem gedachten Halbkreis zwischen den Lautsprechern mit dem Hörer als Mittelpunkt. Über die Pegelunterschiede des linken und rechten Stereokanals der CD-Aufnahme können die Instrumente auf der Bühne lokalisiert werden.
Merksatz:
- A) Die CD-Aufnahme bestimmt die Lokalisation durch Pegelunterschiede L/R. (Bilden einer Phantomschallquelle durch Pegeldifferenzen) Das Audiosignal des Abspielmediums kann ohne Nachbeearbeitung nicht beeinflusst werden.
- B) Die Wiedergabe muss gleichzeitig (Laufzeit L=R) und gleich laut (Pegel L=R) beim Hörer eintreffen damit die Lokalisation über aufnahmeseitige Pegelunterschiede möglich ist.

5. Die Wiedergabe im Auto gleicht der Wiedergabe im Heimbereicht zu 100%. Allerdings lässt sich dies nur über einen Zeit und Pegelausgleich bewerkstelligen, da die Lautsprecherabstände zum Fahrer nicht gleich sind. Der dichtere Lautsprecher muss also verzögert werden, damit der Schall gleichzeitig beim Hörer eintrifft und die Lautsprecher müssen im Pegel angeglichen werden. Dies sind u.a. die wichtigsten Grundsätze in der Stereophonie! Die wahrgenommene Position der Phantomschallquelle (CD-Aufnahme) wird von der Laufzeit und dem Pegel der Lautsprecher beeinflusst: je früher oder je lauter eine Seite spielt, desto mehr verschiebt sich die Phantomschallquelle in diese Richtung, was in jedem Fall unerwüscht ist, da es die Wiedergabe der CD-Aufnahme (Ortung, Klangfarbe etc.) beeinflusst.
